Die Militär Vespa von A.C.M.A.

Das französische Militär bekam 1952 von der Firma A.C.M.A. (Ateliers de Construction de Motocycles et Accessories) spezielle Vespa-Modelle zum Test.
In Konkurrenz zur Vespa standen die Prototypen Bernardet 250 ccm3 und Valmobile 100 ccm3.
1953 wurden die Prototypen auf Herz und Nieren getestet.
Man erprobte diese Vespa im Vergleich mit anderen Rollern auf die Transportfähigkeit, den Abwurf mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug, in der Dauerfahrt sowie die Montage einer Kanone oder Panzerfaust samt Munition.


Bernardet 250.
Die französische Armee beabsichtigte zuerst die Vespa immer teamweise einzusetzen.
Die eine Vespa hätte die Munition aufgeladen, die andere Vespa hätte das Kanonenrohr mitgeführt. Dieses "Problem" wurde jedoch gelöst.
Das Raketenrohr wurde unter dem Sattel durch eine seitliche Öffnung links im Frontblech gehalten und die Munition seitlich an einem Traggestell befestigt. Zum Befestigen des Raketenrohres konnte man den Sattel seitlich wegklappen. Ebenfalls erhielt die Vespa, wie die Zivilversion, ein Reserverad, welches auf der Innenseite des Frontbleches befestigt war.
Die T.A.P. hatte 3 Gänge, wie das Zivilmodell.
Es wurden zusätzlich viele Verstärkungen angebaut:
ein grosser Schutzring um den hinteren Teil der Vespa bis ins Bodenblech,
ein Schutzgitter über die Lampe,
eine Abdeckung über dem Schalterelement,
seitliche Verstärkungen um das Frontblech usw. ...
Ebenfalls wurden gegenüber der zivilen Version Modifiktionen vorgenommen, welche speziell auf das Militär abgestimmt waren. Auf der Vorderseite des Frontschildes wurde ein stabiler Gepäckträger angebracht, das Vorderradschutzblech wurde angehoben und geschnitten, der Sattel wurde auf einen Stahlaufbau aufgezogen, die Motorenhaube wurde vorne ebenfalls geöffnet (ähnlich der Vespa "U") und seitliche Traggestelle für die Munitionsbehälter wurden montiert.

Da die Vespa relativ weit verbreitet war, trug dies ebenfalls zum Kauf im Jahre 1956 bei. 1959 wurde ein überarbeitetes Modell produziert.

Der Sohn des Vespa-Konstrukteurs Corradiono D'Ascanio, Ingegnere Giorgio D'Ascanio, half der französischen Zweigniederlassung bei der Weiterentwicklung dieser Militärvespa.
Das französische Militär bestellte bei der Firma A.C.M.A. dann diese Vespa, von welcher zwei Modellvarianten bekannt sind: T.A.P. 56 und T.A.P. 59.
Die Zahlen bezeichnen gleichzeitig das entsprechende Baujahr.

Eine Militärvespa kostete damals in der Produktion 140.000 französische Francs (im Gegensatz zur Bernardet, welche 250.000 Francs kostete) und wurde durch die ACMA, dem französischen Linzenzhersteller der Piaggio hergestellt.
Die ACMA hatte damals versprochen, dass Sie 500 dieser Scooter in drei Monaten herstellen konnte.
Nachdem verlorenen Krieg in Indochina wurde die 150cm3 Vespa noch im Algerienkrieg eingesetzt.

Der Motor hatte einen Hub von 54 und eine Bohrung 58,5mm.
Der gr&zslig;ssere Kolben ermöglichte das die Ladung auf dieser Vespa bis 250 Kilogramm sein konnte und immernoch durch schwer fahrbares Terrain rollen konnte.
Auf den Bildern ist speziell der Sitz, die Bügel und die Aussparung im Beinschild für die Kanone oder Panzerfaust zu beachten.

1953 wollte die französische Armee schnell ihre amerikanischen Cushman-Airborne Scooter ersetzen, welche noch vom Zweiten Weltkrieg herstammten. Der Bernardet war zu unterschiedlich zum Zivilmodell, der Valmobile war zu schlecht zu reparieren, so machte die Vespa das Rennen.



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